Krachlederhosen

Krachlederhose – Lederhose mit Flair

Die Krachlederhose ist ein Bestandteil klassischer alpenländischer Trachten. Mit diesem Begriff werden umgangssprachlich kurze Lederhosen bezeichnet, die bereits etwas älter sind und einen gewissen Speckglanz aufweisen. Kurze, kniefreie Lederhosen wurden und werden traditionell von Gebirgsjägern und Sennern zu Jagd und Arbeit getragen, denen sie die in den Bergen erforderliche Bewegungsfreiheit garantieren. Die kurzen Lederhosen müssen deshalb entsprechend stabil und lange haltbar sein. Mit der Zeit nutzt sich bei regelmäßigem Gebrauch jedoch die matte Oberfläche der oftmals aus Ziegenvelours, Wildbock oder Hirschleder gefertigten Hose ab, die dann einen Speckglanz erhält. Diese glänzenden, kurzen Lederhosen bezeichnet man umgangssprachlich als Krachlederne oder auch Kracherte.

Schließlich gilt eine Lederhose erst dann als so richtig eingetragen, wenn sie auch von allein, also ohne ihren Besitzer, stehen kann. Dieses abgenutzte, speckige Aussehen wird bei der Kracherten richtiggehend kultiviert: Verklebte Bierzeltbänke, verschüttetes Bier oder das Abwischen fettiger Finger können dazu beitragen, die Hose vorzeitig speckig glänzen zu lassen. Beliebt war hierbei früher die sogenannte Starkbierprobe auf dem Nockherberg. Zum Test, ob denn das Gebräu auch stark genug sei, wurde es auf bereitstehende Bierbänke geschüttet. Erst, wenn die Bank beim Aufstehen an den Hosen kleben blieb, galt das Starkbier als gelungen. Der so und auf unzählige andere Arten entstehende „Used-Effekt“ ist bei der Krachlederhose also durchaus erwünscht und wird mit Stolz getragen. Auch die ursprünglich eher gröbere Verarbeitung war durchaus gewünscht, da die Kracherte als Arbeitshose möglichst ein Leben lang halten sollte.

 

Krachlederhose Die Krachlederne verfügt nicht über einen herkömmlichen Hosenschlitz, sondern eine rechteckige Hosentür – das sogenannte Hosentürl. DerVolksmund bezeichnet die Hosentür auch augenzwinkernd als “Servierbrettl“. Zumeist wird diese von einem V-förmigen Mitteleinsatz zum Anknöpfen verdeckt. Dieser Latz soll sich aus der mittelalterlichen Schamkapsel entwickelt haben. Er ist oftmals aufwendig bestickt. Auch die seitlichen Eingrifftaschen werden gern verziert. Aktuell findet man viele Krachlederne, deren Ziereinfassung der Taschen an Eichenlaub erinnert. Die Hosenbeine können, müssen jedoch nicht bestickt sein. Wenn sie bestickt sind, ist die Technik der Wahl die sogenannte Wulststickerei – eine traditionelle Reliefstickerei. Zu einer richtigen Krachlederhose gehören natürlich auch Hosenträger mit vorderem Querriegel. Dessen ursprüngliche Funktion war es, das Rutschen der Hosenträger zu verhindern sowie durch seine Bestickung genaue Auskunft über die soziale Zugehörigkeit seines Trägers zu geben, etwa, aus welchem Dorf dieser stammte, welchem Verein er angehörte etc. Heutzutage dient er aber vor allem als weiterer Schmuck.

Weiterer Schmuck und weiteres Beiwerk zur Krachledernen sind traditionellerweise vor allem die reich bestickten Kniestrümpfe. Auch wird zur Krachlederhose oftmals ein Trachtenhut getragen. Der gebräuchlichste ist der Gamsbart-Hut, der sehr aufwändig in der Herstellung ist und dessen Kunst heutzutage nur noch von wenigen Handwerkern beherrscht wird. Selten geworden ist auch ein Charivari – eine über dem Hosenlatz der Krachledernen getragene Silberkette mit vielen Anhängern, u.a. Jagdsymbolen, Münzen und anderen Glücksbringern. Trachtenschuhe, wie beispielsweise die bekannten Haferlschuhe, bestehen nur aus einem Stück Leder und werden seitlich gebunden. Sie runden das traditionelle Outfit ab.

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